Ein Vergleich - Marketingstrategien in Unternehmen und in der Politik

Ein Abgleich von Ungerechtigkeiten. Erfolgreiche Unternehmen mit einer strategischen Ausrichtung bedienen sich des Marketing-Mixes Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation.

Ein Bericht von Peter Vennebusch

Die klassischen Säulen moderner Marketingpolitik: Produkt, Preis, Distribution und Kommunikation. Um erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus, das Bauchgefühl sprechen zu lassen. Vielmehr sind heute in allen Branchen harte Wettbewerbskämpfe zu bestehen. Da hilft es nicht, zufällig und nach Gefühl im Markt zu operieren.

Erfolgreiche Unternehmer halten deshalb Abteilungen vor für Strategie, Produktentwicklung, Kommunikation, Vertrieb, Produktion, allgemeine Verwaltung, Marketing-Kommunikation und Pressearbeit. Strategische Pläne sorgen dafür, dass der eigene Markt nicht außer Kontrolle gerät.

Die Corona Pandemie zeigt deutlich, dass ganze Branchen wie z.B. die Veranstaltungsindustrie, Künstler, Musiker, die Gastronomie fast hilflos dem gegenüberstehen. Während der Corona-Pandemie wird die Politik tätig und verordnet Maßnahmen, die dem einen Unternehmen helfen durch die Krise zu kommen, anderen indes nicht. So wurde ein umfangreiches Hilfspaket geschnürt und eine Soforthilfe für Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung gewährt. Allein für NRW sind über 400 Tsd. Unternehmen mit finanzieller Hilfe für die Monate April, Mai und Juni bedacht worden. Prof. Dr. Pinkwart, der NRW Wirtschaftsminister erklärte in einer Pressemeldung der Landesregierung NRW am 25.06.2020, dass die Landesregierung vielen Unternehmen in der Krise geholfen habe, jetzt jedoch die Zeit gekommen ist, das nicht verwendete Geld wieder zurückzufordern. Ist denn die Krise und sind denn die Geschäftsvorgänge am 30.06.2020 in den Unternehmen schon abgeschlossen? Wohl nicht.

Marktwirtschaft hat in der Politik keinen Raum
Ein weiteres Beispiel ist der Umgang mit den Rentnerinnen und Rentnern. Wer in der Kanzlerschaft von Schröder und Merkel in Rente ging erhielt und erhält deutlich weniger Rente als ursprünglich vereinbart. Gerade diejenigen, die in den vergangenen Jahren in Rente gingen büßen ca. 20% Rentenanspruch ein. Zusätzlich muss die Rente noch versteuert werden. Das ist ein untragbarer Zustand. Leider gibt es zu wenig Widerstand in diesem Land und die Politiker richten auch in Zukunft wahrscheinlich in unsozialer Härte über alle BürgerInnen. Marketingtechnisch wäre es sinnvoller die Renteneinzahlungen im Rententopf zu belassen und nicht zweckentfremdet zu verwerten. Zusätzlich wäre die jetzt sichtbare Altersarmut nicht zutage getreten. Salopp formuliert hat der Staat hier gut 780 Milliarden Euro zweckentfremdet und kassiert nun noch Steuereinnahmen von Rentnern, die bereits ein Leben lang Einkünfte versteuert haben. Wäre die Rentenhöhe heute auf dem Niveau von 1990 so wären über 22 Millionen Rentner eine zahlungskräftige Zielgruppe, die sich etwas leisten kann und ein wichtiger Wirtschaftsmotor wäre.

Dieses reiche Land, so werden wir von vielen gesehen, nimmt sich die Freiheit, die Bundesbürger mit den zweithöchsten Steuern in ganz Europa zu belegen. Gleichzeitig erhalten die RentnerInnen die zweitniedrigsten Renten in ganz Europa. Das erklärt auch die soziale Schieflage armer Menschen, die in diesem Land leben. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Die Mittelschicht ist schon vor Jahren weggebrochen. Durch Minijobber-Verträge und Geringverdiener mit Mindestlohn in vielen Branchen können die Menschen sich nicht mehr viel leisten. Wesentlichen Anteil an dieser Misere haben die Regierungen von Gerhard Schröder und Angela Merkel.

So haben jetzt alle verloren. Die Wirtschaft lahmt, unter anderem weil 22 Millionen Rentner die Rente zum Lebensunterhalt benötigen. Für Reisen, Anschaffungen etc., bleibt nicht mehr viel übrig.

Marketingstrategien haben in der politischen Diskussion keinen Raum
Ein weiterer Skandal ist die Vorgehensweise in der Fleischindustrie. Dort werden Werkverträge geschlossen, Sub, - Sub-, Subunternehmer vermitteln Personal, das Personal überwiegend aus Osteuropa mit niedrigsten Löhnen abgespeist. Die Tiere werden in Mastbetrieben auf Gewicht getrimmt, die Tiere selbst leben teilweise unter erbärmlichen Umständen bis zur Schlachtung. Dann kommen die Einkäufer der großen Supermarktketten und wollen nur billiges Fleisch. Die Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand, die Politik schaut zu und lässt es geschehen. Zu allem Ungemach fordert die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner jetzt auch noch höhere Preise. Höhere Preise kann man nur erzielen und verlangen, wenn die Qualität stimmt. Also müssen die Tiere zuerst artgerecht gehalten werden und aufwachsen können. Dann müssen die Schlachtbetriebe das Personal gerecht entlohnen. Und dann schmeckt das Fleisch auch wieder nach Fleisch und der Verbraucher zahlt gerne einen höheren Preis. An diesem Beispiel ist gut zu erkennen, dass Marketingstrategie und Inhalte in der freien Wirtschaft komplett außer Kraft gesetzt wurden und das von der Politik geduldet wird. Ähnlich ist es übrigens auch in der Textilindustrie. Produziert wird in Deutschland nur noch in ganz wenigen Betrieben. Ca. 95% der Textilien kommen aus Ländern, wo der Stundenlohn der Menschen, die dort ausgebeutet werden, wenige Cent beträgt.

Marketingstrategie bedeutet auch Prozesse strukturiert, systematisch und fair zu entwickeln und umzusetzen. In der Politik ist das offensichtlich nicht möglich.



709 Bundestagsabgeordnete richten über das Volk. Damit leisten wir uns das zweitgrößte Parlament auf dieser Welt. Und das in diesem kleinen Land mit gerade einmal gut 83 Millionen Einwohnern. An den beschlossenen Maßnahmen haben Sie direkt keine Teilhabe. Für Politiker im Bund und Land gelten eigene Spielregeln. Die Diäten sind gut bemessen, sollte jemand seinen Posten verlieren springt sogleich eine großzügig bemessene finanzielle Abfederung ein. Das Beispiel von Andreas Nahles zeigt, wie das geht. Wurde diese doch soeben zur "Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation" gewählt. Einschränkungen betreffen Sie selbst nicht.

Privilegien für Politiker ja. Hinzuverdienste sind jederzeit möglich. Beamte, Rechtsanwälte, Steuerberater und Ärzte genießen Privilegien. Warum gibt es eine Zweiklassen-Gesellschaft?  Das Demokratieverständnis in Deutschland ist aus den Fugen geraten. Die Bürgerinnen und Bürger wissen das. Trotzdem hört mal an jeder Ecke den Hilferuf: Ja, was sollen wir denn machen? Marketingspezialisten denken bei Problemstellungen folgendes: Diese stellen die W Frage: Was, warum, wieso, weshalb und wann. Definieren das Problem und suchen Lösungsansätze, die dem Problem gerecht werden und vor allem zu einer angemessenen Handlung führen.

Genau das sollten die politisch Verantwortlichen im Land und Bund nun endlich auch tun.

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